Vision

Ich habe ein Haus, eine Villa.

Diese Villa ist ein Zentrum, ein Knotenpunkt. Hier treffen sich Menschen, die träumen, die suchen, die finden. Hierher kommen Menschen, die an das Gute glauben, die wissen, was es bedeutet, ehrenvoll zu handeln, Menschen, die wissen, dass das Wahre oft unter der Oberfläche liegt.

In diesem Haus werden Geschichten erzählt, aber diese Geschichten sind nicht die Erfindung, sie sind die Wahrheit. Sie sind der Spiegel für unsere Welt und zeigen eine Wirklichkeit, wie sie sein könnte. Es ist eine Welt voller Schönheit, voller Möglichkeiten, eine, in der alles ist, wie es ist, statt so zu sein, wie es sein muss oder soll. Es ist eine Welt, die frei ist.

Diese Welt ist nicht unbedingt weniger gefährlich als unsere. Auch sie birgt die Gefahr, sich zu verlieren, in Illusionen und Täuschung, aber gleichzeitig ist sie der einzige Weg, zu sich selbst zu finden.

Um wahr zu werden, benötigt unser Sein ein Ziel. Was ist das Ziel? Unser Herz sagt es uns, wenn wir lernen, darauf zu hören.

Es gibt viele Räume in der Villa. Im Keller ist es dunkel und grau. Eine Tür steht offen und die Luft ist kühl und unangenehm. Ich blicke in das Dunkel des Raumes und weiß, dort ist etwas. Es ist nicht böse oder gut, es ist ein Archiv. Ein Archiv des Absurden, des Unmöglichen, der Dystopie, die aber eine Notwendigkeit ist, damit unsere Welt innehält. Schocktherapie! Nur, wenn wir mit der wahren Natur unserer Welt konfrontiert werden und ihre Schrecken erkennen, können wir heilen – wenn wir bereit sind, Heilung zuzulassen. Der Raum hat einen Namen. Er ist der „Kafka-Raum“. Er ist wie ein Text von Kafka, verstörend, verwirrend, aber heilsam, wenn wir die Oberfläche durchdringen.

Es gibt noch mehr Räume. Ein Raum für Lesungen. Er ist groß, hell, freundlich. Ein Ort der Begegnung und für den Austausch. Ein Ort für Neues und für den Aufbruch. Hier lebt die Hoffnung, dass das, was das Haus verkörpert, hinausgetragen wird in die Welt.

Es gibt einen Raum der Bücher. Diese Bücher wurden mitgebracht von all den Menschen, die in diesem Haus zu Gast waren. Es sind Bücher der Autoren, die ein Teil des Ortes geworden sind, weil ihre Geschichten dort willkommen sind. Es sind Bücher, die die Besucher mitgebracht haben, Bücher, die gefunden wurden und verloren waren und nun Heimat gefunden haben. Ich würde diesen Raum – eine Bibliothek – gerne Auryn nennen. Wenn ich das darf, mache ich es. Denn er ist wie Auryn. Er verleiht den Menschen Kraft, Welten zu erschaffen.

Es gibt Seminarräume für Workshops, Kurse, Seminare…damit mehr und mehr Welten entstehen und der Same dieser Villa, dieses Ortes, in unsere Welt getragen wird, um sie besser zu machen. Und wenn ich die Möglichkeit habe, gebe ich dort Sprachkurse für Frauen, denn wenn sie unsere Sprache sprechen, werden sie ein Teil von uns und haben die Mittel, unsere Welt besser zu machen.

Und das Schönste ist der Garten. Es ist ein Garten mit alten Apfelbäumen. Ich sitze draußen auf der Terrasse und spüre, wie der kühle Wind mich frösteln macht. Die Sonne steht tief hinter den Bäumen und färbt den Himmel orange und rot. Überall singen Vögel, nach und nach erscheinen Sterne, erst zögerlich blinkend, dann hell strahlend. Die Wiesenblumen leuchten in der Dämmerung und es riecht überall so wunderbar nach Leben. Mich umfängt die Seele des Gartens, die Seele des Hauses, die Seele des Ortes und ich bin eins mit allem.

Die Revolution braucht keine Waffen. Sie braucht Geschichten, die erzählt werden. Sie braucht Menschen, die träumen. Sie braucht den Mut, anders zu denken und daran zu glauben, dass Dinge anders sein können, als sie waren, als sie sind, als wir erwarten.

Die Revolution wird nicht von den Mächtigen getragen werden, sondern von den Erzählern und Dichtern, den Sängern und Tänzern, den Malern und Bildhauern, den Träumern und Denkern. Wir, die wir wissen, dass hinter unserer Welt noch eine andere ist, eine bessere, wir sind die Revolution. Und mit Hilfe unserer Träume, Lieder, Geschichten, Bilder, Ideen – unserer Kreativität und Phantasie – reißen wir die Mauen ein, zerreißen wir den Vorhang, der uns von unserem Leben trennt, Wir sind viele. Wir sind stark. Zusammen werden wir eine bessere Welt erschaffen. Sie wird wundervoll!


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